4.8.15 – Dienstag; Steinhausen nach Bad Waldsee
6:00 Uhr, der Wecker klingelt. Das
morgendliche Ritual ist inzwischen Routine. Wie schnell sich der Mensch doch an
etwas gewöhnt. Als Clyde versorgt ist können auch wir frühstücken. Frau Rutka
hat uns einen großen Korb voll frischer Brötchen vor die Tür gestellt. Zusammen
mit dem Aufschnitt – den wir ja komplett aufbrauchen sollen - haben wir mehr
als genug um heute auch unterwegs versorgt zu sein.
Als es ans Packen geht, stellt Klaus
– der die Wäsche reingeholt hat – fest: sie ist noch nicht trocken. Zumindest
ein Teil davon. Hm. Also ich finde es ja nicht so prickelnd, mit wehenden
Unterhosen am Rucksack durch die Gegend zu laufen. Aber Klaus hat eine Idee.
Wir befestigen die noch sehr feuchten Socken und das T-Shirt mit ein paar
Wäscheklammern an Clydes Wagen, da fällt es weniger auf. Und dann kann es
losgehen.
Mehr oder weniger munter laufen wir
um halb neun los. Meine Ferse, bzw. die Druckstelle darüber, schmerzt ziemlich
schlimm und ich muss erstmal humpeln. Zum Glück habe ich meine Trekkingstöcke. Ich
sinniere vor mich hin ... Ich habe mal gelesen, dass sich die Pilger früher Erbsen
in die Schuhe getan haben, damit ihr Pilgern nicht ein bequemer Spaziergang
wurde, sondern Buße für ihre Sünden war. Irgendwie ist das ja eine Vorstellung,
die sich bis heute recht hartnäckig hält, nämlich dass man durch eigene
Schmerzen etwas wieder gut machen kann. Na ja, ich kann mit dieser Vorstellung
nicht viel anfangen. Und ich käme auch nicht auf die Idee, mir Erbsen in die
Schuhe zu tun. Auch auf meiner großen Pilgerreise, habe ich alles dafür getan,
dass es mir und vor allem meinen Füßen gut geht. Trotzdem gehören, hin und
wieder, Schmerzen zum Pilgern dazu.
Ich meine, es ist doch so, dass sich
manche erst wegen seelischer Schmerzen auf den Jakobsweg begeben. Sie hoffen, z.B.
in den langen Stunden des Gehens einen Verlust verarbeiten zu können. Viele
brechen mit inneren Schmerzen auf, doch die äußeren lassen meist nicht lange
auf sich warten. Unsere Körper sind es nicht gewohnt, wochenlang bei jedem
Wetter unterwegs zu sein. Die Füße bekommen Blasen, Muskeln und Gelenke fühlen
sich überfordert, vielleicht kommen die Eingeweide mit dem fremden Wasser und
den Mahlzeiten nicht zurecht. Manch‘ ein Pilger ignoriert seine Schmerzen.
Früher oder später müssen sie aber doch nachgeben oder gar den Weg abbrechen.
Ich denke immer, ich muss mich beim
Pilgern meinem Körper schon zuwenden. Denn ohne ihn komme ich keinen Meter
weiter. Ich muss lernen zu verstehen, was ihm in dieser extremen Situation gut
tut. Ich war schon immer der Meinung, das Schmerzen eine Sprache des Körpers
sind. Ich kann sie mit Schmerzmitteln betäuben oder auf sie achten und dem
Körper geben, was er nötig hat. Manchmal schreit er nur nach mehr Wasser.
Manchmal wirkt ein Ruhetag Wunder. Manche Blase entsteht erst gar nicht, wenn
ich mich rechtzeitig um die Druckstelle kümmere (ich habe die meine heute
‚abgepolstert‘). Die mittelalterlichen Pilger haben die Schmerzen der
Pilgerschaft im Geist der Buße ertragen. Sie erhofften sich Vergebung ihrer
Sünden und Frieden für ihre Seele. Aber Buße bedeutet doch im eigentlichen Sinn
‚Umkehr‘. Umkehr zu einem neuen, besseren Leben. Das können wir heute auch als ‚moderne‘
Pilger erfahren. Wir vollziehen eine Umkehr zum eigenen oft so vernachlässigten
Körper, indem wir ihm wieder Aufmerksamkeit schenken und ein Gefühl dafür
entwickeln, was ihm gut tut. Etwas, das wir für ‚nach der Pilgerschaft‘
aufbewahren könnten …
… so in Gedanken versunken, vergesse
ich meinen heutigen Schmerz und nach einer Weile kann ich normal laufen. Auch
ist der Morgen noch angenehm frisch und die Luft klar.
Zunächst führt der asphaltierte Weg
aus Steinhausen hinaus aufs Feld. Wir haben einen schönen Blick zurück auf die
Kirche, der auch gleich digital festgehalten wird.
Dann heißt es wieder nach vorne
schauen, denn schon gibt es wieder einen Grasweg. Genaugenommen ist der Weg
fast nicht zu erkennen und wir ‚hangeln‘ uns an der Grenze eines Feldes
entlang. Zum Glück ist Clyde so früh am Morgen fit und läuft selbst, so dass
das Schieben seines Wagens etwas einfacher ist.
Vorbei am Franzosengrab von 1796. Ich
wusste gar nicht, dass die bis hierhergekommen sind. Ich lese, dass dies Grab
an die Schlacht zwischen Frankreich und Österreich im dreißigjährigen Krieg
erinnert. Welcher war das gleich noch? Klaus weiß auch keine Antwort und meint:
Napoleon war doch auch hier, oder? … Ich: ich glaube das war aber später. …
Okay, Geschichte: sechs, setzen! (Anm. d.R. Inzwischen habe ich mal ‚Google‘
gefragt und Antworten bekommen. Die Ausführungen hierzu allerdings erspare ich
dem geneigten Leser aber an dieser Stelle).
Kurze Zeit später kommen an wir an
einen Aussichtspunkt. Im Prinzip gibt es nichts Besonderes zu sehen, bis ich in
der Ferne die Alpen entdecke. Aber wirklich überwältigend ist das auch nicht.
Doch die kurze Pause hier hat sich dennoch gelohnt, denn die zwei Puschmänner –
Maik und Jörg aus Leipzig – holen uns so ein und wir können noch einen Moment
mit Ihnen plaudern. Auch lassen wir es uns nicht nehmen, von Ihnen den
begehrten Stempel in den Pilgerpass zu bekommen …
Nun, wüssten wir immer vorher, was
uns den Tag über erwartet, würden wir wohl oft nicht aufstehen oder gar
losgehen wollen. - Wir wissen es nicht und so ist das was vor uns liegt eben
Überraschung. Diese ist nun nicht gerade nur positiv, denn es dauert nicht
lange, da haben wir Waldwege vor uns, die weniger nach Weg als mehr nach
Bachlauf aussehen. Zudem sind viele der Wege sehr schmal. Klaus ‚kämpft‘ mit
dem Wagen, Clyde hat keine Lust mehr zu laufen und hier wäre das auch nicht so
gut, mit anderen Worten: es ist mühsam und anstrengend!
Und dann geht plötzlich gar nichts
mehr. Der Weg ist versperrt. Ein riesiger umgestürzter Baum liegt quer. Nun,
wir haben keine Wahl, umgehen ist nicht und umdrehen erst recht nicht. Also,
Clyde muss aussteigen und wir heben den Wagen in gemeinsamer Anstrengung über
den Stamm auf die andere Seite. Zum Glück ist der ‚Ferrari‘ nicht allzu schwer.
Aber ich denke noch so, dass ich nicht gerne alleine mit dem Wagen hier
unterwegs wäre, denn dann hätte ich hier sicher eine große Krise bekommen.
Immerhin, ist die Beschilderung auf
diesem Abschnitt wieder wesentlich besser als gestern. Zumindest bis
Winterstettenstadt. Wir kommen voran, aber sehnen uns bald nach einem Bänkchen
für eine Pause. Doch, wie das so ist, jetzt ist weit und breit keine Bank zu
finden. Nicht mal vor der Kirche im Ort. Auch kein Mäuerchen oder ähnliches.
Also auf dem Boden sitzen und ausruhen. Clyde findet gleich ein Schattenplatz
und legt sich hin.
Elisabeth und Christine kommen auch
an und sehen so ko aus wie wir.
Nach eingehender Studie des
Pilgerführers beschließen Klaus und ich den empfohlenen Radweg zu nehmen und
nicht die beschriebene Route des Jakobsweges. Diese verspricht nämlich »(…)
Graspfade, die mehrmals die Richtung wechseln und am Rand von Waldwiesen
entlang führen (…)«. Schon der Gedanke lässt Klaus Arme und vor allem die Waden
schmerzen.
Das asphaltierte Sträßchen, dass wir
dann nehmen, ist zwar gut zu laufen, aber es gibt es nirgendwo Schatten. Es ist
heiß! Wir trinken literweise Wasser und fürchten bald um unsere schwindenden
Vorräte.
Da der Wagen schön ruhig vor sich
hinläuft, hat Clyde sich sogar hingelegt. Er ist erschöpft. Wir philosophieren
darüber, dass es für ihn doch sehr anstrengend sein muss. Normalerweise hat er
tagsüber ja auch seine Ruhe- bzw. Schlafphasen. Wie eben jeder Hund. Doch hier
auf dem Weg steht er im Prinzip immer unter Spannung und nur Nachtschlaf reicht
wohl nicht aus … Natürlich schlaucht ihn auch die Hitze. Immer wieder mache ich
sein ‚Halstuch‘ nass, damit er etwas Kühlung hat.
Kurz vor Winterstettendorf machen wir
eine Pause. Mangels Bank eben einfach in der Wiese. Ein bisschen ausruhen,
etwas essen, Luft an die Füße lassen. Und weiter geht es.
In dem kleinen Ort wird gerade die
Dorfstraße neu geteert und alles ist eine große Baustelle. Um diese müssen wir
irgendwie drum rum gehen und verpassen dadurch unseren Abzweiger. Bisschen verwirrt stehen wir plötzlich schon
am Ortsende. Ich konsultiere den Pilgerführer, aber so richtig hilft der auch
nicht weiter. Letztlich laufen wir nach Gefühl. In die Richtung müsste es etwa
gehen und der asphaltierte Radweg sieht gut aus. Der allerdings ist bald zu
Ende und wir stolpern wieder an Feldern entlang. Am Ende eines kaum noch
erkennbaren Grasweges können wir uns nicht so recht entscheiden, ob wir nun
rechts oder links laufen sollen. Im Groben wissen wir ja die Himmelsrichtung,
die wir nehmen müssen, aber das hilft nicht wirklich.
Ich – wohl eher Pessimist – denke
laut vor mich hin, dass wir eben nun den ganzen Weg zurückgehen müssen. Winston
Churchill sagte mal: ‚Ein Optimist sieht eine Gelegenheit in jeder
Schwierigkeit; ein Pessimist sieht eine Schwierigkeit in jeder Gelegenheit.‘ …
Nun zum Glück ist Klaus ein fast unverbesserlicher Optimist. Er beschließt, er
läuft – ohne Rucksack und Wagen – ein Stück in die vermutete Richtung und
schaut mal was er findet. Er findet in der Ferne Häuser und so steuern wir
diese an, als er zurück ist.
Klaus Pfadfindergeist, bzw. unser
Gefühl trügt nicht und tatsächlich finden wir – mitten im Wald im Nirgendwo –
den Ort „Wildes Ried“, der im Wanderführer erwähnt wird. Der Ort ist … wie soll
ich sagen … anders und wir vergessen die Anstrengung die der heutige Tag bisher
brachte. Im Prinzip besteht der Flecken aus 5 Häusern, bzw. Höfen. Eines wird,
so ist an der Außenwand zu lesen, von einem ‚Torfkünstler‘, bewohnt (diese
Landschaft sieht auch so aus, als hätte es hier früher viel Moorlandschaft
gegeben, die aber inzwischen trocken gelegt wurde). Bauarbeiter sind dabei,
eine noch nicht zu definierende Säulenkonstruktion aufzustellen. Die Arbeiter
haben ihr Auto am Weg geparkt und das Radio läuft. Gerade kommen
Verkehrsnachrichten und ich höre, dass auf der A8 der übliche Stau ist. Nach
Tagen ohne Fernsehen und Radio und in dieser Umgebung kommt mir das völlig
surreal vor...
Kurz vor ‚wildes Ried‘ begegneten uns zwei Pferde mit Reiterinnen. Die Pferde schienen scheu und wir konnten gut ausweichen. Später nachdem wir durch diesen interessanten Ort durch sind, begegnen wir den beiden auf einem Waldweg nochmal. Hier ist nichts mit ausweichen und eines der Pferde will partout nicht an uns vorbei gehen. Ob es an Clyde liegt? Der sitzt aber friedlich in seinem Wagen und gibt keinen Mucks von sich. Das kann es wohl nicht sein. Wir stellen uns ganz an den Rand des Weges und ich halte Clyde vorsichtshalber die Schnauze zu (nicht das er doch noch bellt). Pferde sind mir persönlich einfach zu groß und ich habe einen Heidenrespekt vor ihren Hufen. Also bleibe ich einfach ganz still stehen. Die Reiterin versucht den Hengst zu beruhigen und meint zu uns: Es ist wohl der Wagen, der ihm Angst macht. Das kennt er nicht. … Okay, aber irgendwie muss das jetzt gehen. Langsam, ganz langsam bringt die Frau ihr Pferd dazu weiter zu trippeln. Sie redet auf ihn ein und dirigiert ihn Zentimeterweise vorwärts. Ganz vorsichtig reiten sie dann an uns vorbei, an der gegenüberliegenden Seite des Waldweges (dazwischen hätte locker ein Kleinlaster Platz). Immerhin, als sie dann endlich vorüber sind, bedanken sich die Reiterinnen, dass wir ruhig stehen geblieben sind. Ich bin einfach erleichtert und wir gehen schnell weiter.
Kurz vor ‚wildes Ried‘ begegneten uns zwei Pferde mit Reiterinnen. Die Pferde schienen scheu und wir konnten gut ausweichen. Später nachdem wir durch diesen interessanten Ort durch sind, begegnen wir den beiden auf einem Waldweg nochmal. Hier ist nichts mit ausweichen und eines der Pferde will partout nicht an uns vorbei gehen. Ob es an Clyde liegt? Der sitzt aber friedlich in seinem Wagen und gibt keinen Mucks von sich. Das kann es wohl nicht sein. Wir stellen uns ganz an den Rand des Weges und ich halte Clyde vorsichtshalber die Schnauze zu (nicht das er doch noch bellt). Pferde sind mir persönlich einfach zu groß und ich habe einen Heidenrespekt vor ihren Hufen. Also bleibe ich einfach ganz still stehen. Die Reiterin versucht den Hengst zu beruhigen und meint zu uns: Es ist wohl der Wagen, der ihm Angst macht. Das kennt er nicht. … Okay, aber irgendwie muss das jetzt gehen. Langsam, ganz langsam bringt die Frau ihr Pferd dazu weiter zu trippeln. Sie redet auf ihn ein und dirigiert ihn Zentimeterweise vorwärts. Ganz vorsichtig reiten sie dann an uns vorbei, an der gegenüberliegenden Seite des Waldweges (dazwischen hätte locker ein Kleinlaster Platz). Immerhin, als sie dann endlich vorüber sind, bedanken sich die Reiterinnen, dass wir ruhig stehen geblieben sind. Ich bin einfach erleichtert und wir gehen schnell weiter.
Wir sind nun wieder auf der richtigen
Spur und finden ca. 2 km später auch die Abzweigung um auf den Jakobsweg zu
kommen, dem wir nun wieder folgen. Immer noch ist keine Bank in Sicht um einen
Moment auszuruhen. Und nicht nur wir könnten diese brauchen. Clyde würde zwar
eher unter der Bank liegen, aber eine Pause wäre auch für ihn nicht schlecht.
Denn selbst wenn er im Wagen sitzt, ausruhen ist das weniger.
Und schon fehlen wieder die
Markierungen. Der Pilgerführer gibt mit seinen Beschreibungen auch nicht viel
her. Was bitte ist denn nun ein Querweg? Und die erwähnt ‚Waldwiese‘ können wir
nirgends entdecken ... Wir verlaufen uns und letztlich wieder nach Gefühl in
die vermutete Himmelsrichtung.
Ich weiß nicht, ob wir einen Umweg
gegangen sind, oder eine Abkürzung genommen haben. Aber wir finden einen Ausgang
aus dem Wald. Am Ende des Weges sehe ich ein Auto stehen. Da wir im Wald völlig
die Orientierung verloren haben, fragt Klaus die Insassen, ob sie wüssten, in
welche Richtung die B30 ist. An dieser können wir uns orientieren, um den Weg
nach Bad Waldsee zu finden. Die Frau und der Mann sind zwar ortsfremd, können
und dennoch helfen.
Als wir die Bundesstraße erreichen,
beschließen wir ein Stück an dieser entlang zu laufen. Wir haben auch nicht
wirklich eine andere Wahl. Zum Glück gibt es einen Radweg der nebenher
verläuft, allerdings müssen wir dazu die Straße überqueren. Diese ist ziemlich
stark befahren und wir stehen eine Weile, um auf eine Lücke zu warten die groß
genug ist. Rennen ist einfach nicht mehr, dazu sind wir dann doch schon zu
erschöpft. Und Clydes Wagen, den ich zwar ob seiner Farbe als Ferrari
bezeichne, ist keiner. Aber wir schaffen es dann doch.
Etwa drei km bis Mattenhaus laufen
wir an der Bundesstraße. Zwar ist der Weg schön asphaltiert und daher der Wagen
gut zu schieben, aber es ist sehr laut. Nach der Stille des Waldes kommen uns
vor allem die LKWs extrem lärmig vor.
Kurz vor dem kleinen Ort Mattenhaus
finden wir den ‚Einstieg‘ zum Jakobsweg. Und wieder ab in den Wald. Ob das gut
geht? Nun, wenigstens ist es hier schön ruhig. Wir sind froh der Straße
entkommen zu sein und der Waldweg ist geschottert und sehr gut zu fahren bzw.
laufen. Noch!
Denn unsere ‚Abenteuer‘ sind für
heute nicht ganz vorbei. Plötzlich ist nämlich der Weg scheinbar zu Ende und
wir stehen vor einer Wand. Einer Wand aus ca. zwei Meter hohen Gewächsen,
darunter eine Menge Brennnessel. Oje. Ich entdecke einen Trampelpfad hindurch,
aber wie soll das mit dem Wagen gehen? Klaus meint: das geht! Wie gesagt, ein
Optimist. Einfach ist es nicht und er müht sich redlich ab. Und nicht nur ist
das Gestrüpp hoch und die Brennnesseln brennen (Klaus hat ja kurze Hosen an und
seine Beine sind dem schutzlos ausgesetzt), es gibt auch noch Massen von Mücken
und Bremsen. Wie ich bereits erwähnte, diese mögen Klaus immer besonders gerne.
Irgendwie schaffen wir es dann doch
durchzukommen und wähnen uns nun in Sicherheit. Doch nach einem kurzen Stück
erholsamen Weges, noch ein Gestrüpp, das es zu durchqueren gilt. Letztlich sind
wir aber durch. Ziemlich kaputt und Klaus ziemlich zerstochen, aber vor uns
liegen die ersten Häuser des Industriegebietes von Bad Waldsee. Endlich. Am
Hymermuseum vorbei, noch eine kleine Herausforderung an einer Straße entlang
und in die Innenstadt. Puh!
Nicht nur wir sind völlig fertig,
auch Clyde rührt sich in seinem Wagen kaum noch. Leider ist es noch zu früh um im Hotel einzuchecken, denn
die öffnen erst um 17.00 Uhr. Noch eine halbe Stunde Zeit. Ich hatte hier in
Bad Waldsee keine andere Unterkunft bekommen können, die uns mit Hund nimmt. So
eben Hotel, genaugenommen im Gasthof zum Kreuz. Dieser, so sehen wir nun
erfreut, liegt mitten in der Stadt gleich gegenüber der großen Kirche.
Wir wollen die Zeit für einen kleinen
Einkauf nutzen. Stellen fest, es ist gar nicht so einfach, so mitten in der
Stadt einen Supermarkt zu finden. Ich entdecke ihn dann: ‚Onkel Roberts
Lebensmittelmarkt‘. Beinahe hätten wir ihn übersehen.
Im Eiscafé nebenan gönnen wir uns
einen eben solchen. Clyde liegt im Wagen und schläft schon mal ne Runde.
Eine sehr freundliche Begrüßung (wir
kriegen jeder erstmal ein Glas Sprudel zum Durst löschen), ein schönes Zimmer
und eine herrlich heiße Dusche erwarten uns dann im Gasthof. Auch Clyde ist,
nachdem er gegessen hat, wieder etwas munterer und möchte Gassi gehen.
Abendessen gibt es dann im Restaurant
des Gasthauses wo wir übernachten. Wir haben keine Lust noch nach etwas anderem
zu suchen. Das ist eine gute Entscheidung. Denn auf den ersten Blick mag es
unscheinbar aussehen, dann entpuppt sich die Speisekarte aber als ziemlich
interessant. Ein paar doch eher ausgefallene Speisen sind darauf zu finden.
Aber auch ganz einfache regionale Gerichte. Klaus entscheidet sich für Linsen
mit Spätzle, ich gönne mir einen ‚Mixed Wild Grill Teller‘ mit
Rosmarinkartoffeln. Sehr lecker!!!
Gegen 21.30 Uhr liegen wir todmüde im
Bett und schlafen alle drei ziemlich schnell ein.
Fortsetzung
folgt …
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